Der Sofatalk mit David Vandeven und Tino Chrupalla als Script und Video

0
118

Name der Datei: Der Sofatalk mit Tino Chrupalla und David Vandeven Energie und Wirtschaft

David Vandeven: Liebe Zuschauerinnen, liebe Zuschauer, liebe Freunde des gepflegten Sofatalks, eine neue Folge entsteht. Denn das Thema Energiekrise greift um sich und wir sitzen heute zusammen mit einem besonderen Gast, weil Tino Chrupalla ist zu Gast. Tino Chrupalla Bundessprecher der AFD, aber auch im Ausschuss des Bundestags für Energie und Wirtschaft. Und genau aus dem Grund, wenn wir über Energie und Wirtschaft sprechen, holen wir uns natürlich auch immer wieder Gäste, die Ahnung von der Materie haben, denn wir haben Fragen und wir brauchen Antworten. Und die Region hat ja bekannlicherweise Sie auch in den Bundestag gewählt, also im Landkreis Görlitz, 32 Prozent geholt, mehr als Michale Kretschmann in seinem eigenen Wahlkreis. Da muss man nochmal sagen-, oder nochmal nachfragen, wie kam es denn dazu? (Lacht) Aber nichtsdestotrotz, ein Sprecher aus dem Ausschuss des Bereichs Energie und Wirtschaft ist momentan natürlich auch gefragt, weil die Wirtschaft liegt ein Stückweit im Sterben. Und ersten Oktober hat man so das Gefühl, jeder, der eine GmbH hat, müsste rein theoretisch schon pro forma Insolvenz anmelden, weil er mit drei Beinen im Gefängnis steht und die Hilferufe lassen auch nicht nach. Im Gegensatz, sie haben jetzt angefangen erst ins Rollen zu kommen. Wie nehmen Sie aus der Region, aus der Heimat, hier aus Ostsachsen die Hilferufe wahr, und sind-, ist die Angst berechtigt? 

Tino Chrupalla: Also man erlebt natürlich schon sehr viel, selbst als Bundestagsabgeordneter bekommt man tagtäglich Anrufe, E-Mails, also das hat mittlerweile eine Dimension angenommen, ich komme ja gerade von der IHK aus Görlitz, wo man sich natürlich auch vor Ort nochmal die Information holt, wie aktuell der Stand ist. Es sind nicht bloß die Handwerksunternehmen, natürlich auch die mittelständischen Unternehmen, gerade die intensiv-, energieintensiven Unternehmen, die es ja in dieser Region gibt, also Glasgießereien, also das sind natürlich die Unternehmen, die riesige Sorgen haben, berechtigte Sogen. Und wenn man sieht, wo die Preisentwicklung hingeht, wenn man die Gaspreise sieht, darüber werden wir jetzt sprechen, wird das für unsere Region, aber natürlich auch für ganz Ostdeutschland, ein Riesenproblem werden. 

David Vandeven: Ostdeutschland ist ja nochmal im Speziellen, ganz anders auf Gas angewiesen. Wir haben mit der Druschba, der Pipeline der Freundschaft die Abhängigkeit zu Russland hier nochmal in einer ganz, ganz anderen Dimension als andere Teile des Landes. 

Tino Chrupalla: Ja, nur ist Druschba eine Erdölleitung, ja, und das, was hauptsächlich für (?Schwedt) und auch für (?Leuna) ein Riesenproblem darstellt. Aber natürlich, das sind die Sanktionen, die mittlerweile natürlich ja reinschlagen. Und wenn Erdöl ab 23, so ist es ja der Wunsch der Bundesregierung, überhaupt nicht mehr aus Russland geliefert werden kann und darf, dann gehen hier die Lichter aus, das muss man einfach so sagen, weil man es natürlich über kurzfristige Alternativen nicht ausgleichen kann, dieses Problem. 

David Vandeven: Absolut. Wir haben eine zweite Pipeline, also wir haben gerade Erdöl gesprochen, mit der Druschba Pipeline. Nordstrem 1 ist die Pipeline für das Gas, von der alle immer sprechen, es kommt keins mehr an. Eine Folge der Sanktionen oder eine Folge der Haltung, weil wir im Kriegskonflikt mit Russland uns nicht nur dem Wirtschaftskrieg, sondern auch militärisch stark eingesetzt haben? 

Tino Chrupalla: Ja, absolut. Also den Wirtschaftskrieg hat ja Herr Habeck begonnen, also das muss man ja einfach sagen. Er hat die Sanktionspolitik mit der EU zusammen gegenüber Russland gestellt. Und das sind natürlich die Konsequenzen. Wer erwartet hätte, dass Russland das nun jetzt als demütigend entgegennimmt und sagt, okay, wir akzeptieren alles, wir liefern aber euch weiter günstiges Gas, der hat sich geschnitten. Es musste davon jeder ausgehen, jeder klardenkende Mensch, dass man natürlich auch mit einer Gegenreaktion rechnen muss, und die bekommen wir jetzt, indem natürlich auch selbst gedrosselt wird. Beziehungsweise, die Frage ist ja auch, die ich auch selbst gestellt habe an die Bundesregierung, was haben wir eigentlich bestellt?  Weil Russland sagt, wir bestellen-, wir liefern, was bestellt ist. Und das ist ein klarer-, also ein starker Widerspruch. Ich denke, dass einige Unternehmen, aber auch die Bundesregierung, die ja dafür mitverantwortlich ist, überhaupt kein Gas mehr bestellt haben, und das führt natürlich genau zu dieser Preisspirale, die ja aktuell stattfindet. Dann, die Ukraine hat den Durchfluss gestoppt, Polen hat Sanktionen auf die Trassen, die durch Polen gehen, die nach Deutschland kommen, gestoppt. Also unsere Freunde sozusagen belegen ja diese Trassen selbst mit Sanktionen, deswegen kommt hier nichts mehr an. 

David Vandeven: Es gibt so ein tolles Bild, wir haben von unserem (?Freind) Gas zu einem Spottpreis bekommen, und von den Freunden bekommen wir es zum sechs- bis achtfachen Kurs zurück. 

Tino Chrupalla: Ja, da sieht man wer der Freund ist. Und vor allem, die Frage, die man immer wieder stellen muss, wem nutzt es?

David Vandeven: Absolut. 

Tino Chrupalla: Und da sieht man ja aktuell, wenn ich die LNG-Lieferungen sehe aus Amerika, wenn dort ein LNG-Schiff betankt, für 60 Millionen Dollar, die Reise nach Europa antritt und hier für 270 Millionen Dollar gelöscht wird, dann weiß man ja, wer hier die Gewinne einstreicht pro Schiff. 

David Vandeven: Jetzt hat-, es gab heute Morgen einen Nachrichten-Ticker, die USA drohen Russland aufgrund von Schmiergeldern, die gezahlt werden an Regierungen, prorussischen Kurs einzufahren. Sarah Wagenknecht wurde hart kritisiert für ihre Rede im Bundestag, sie hat ob zu recht oder nicht gesagt, wir haben die dümmste Regierung Europas. Sie hat aber auch-, oder sie steht in der Kritik, sie wäre kremlfreundlich und sie wäre so ein Putin-Versteher. Die AFD hat sich denselben Vorwurf teilweise auch machen lassen. Die Frage, die sich da stellt, werdet ihr geschmiert, oder sagt ihr das, was ihr sagt aus Überzeugung? (Lacht)

Tino Chrupalla: (Lacht) Ja, wissen Sie, dann würde ich gerne mal wissen, wer von der anderen Seite geschmiert wird, wenn das-, wenn dieser Vorwurf käme, ja. Also das sind natürlich alles Vorwürfe, die hanebüchen sind. Damit diskreditiert man andere Meinungen und damit diskreditiert man vor allem auch die, was ich vertrete, nämlich die deutschen Interessen. Und darum geht es. Wir müssen endlich zu einem souveränen Deutschland zurückkehren. Und ich bin der Meinung, ich als Politiker, gewählter Politiker, auch im Wahlkreis Görlitz, vertrete die Interessen meiner Wähler, natürlich auch dahingehend darüber hinaus, für den Mittelstand, für das Handwerk. Wir müssen die Interessen der deutschen Wirtschaft vertreten und das heißt, dass wir natürlich auf der Suche sein müssen und die Interessen auch vertreten, so günstig wie möglich Gas zu beziehen. Von wem das erstmal ist, spielt erstmal überhaupt keine Rolle. Weil wenn wir anfangen eine wertegeleitete Außenpolitik zu betreiben, das ist ja der Wunsch der Bundesregierung, dann frage ich mich, bei wem wir noch eigentlich Gas und Öl kaufen sollen, die keine Kriegsverbrechen begangen haben und die sich auf der Welt schon in anderen Konflikten mehr als unrühmlich aufgeführt haben. 

David Vandeven: Das ist eine abgekürzte Vision. Kriege sind nicht erst sit gestern, sie sind etwas, was uns immer begleitet hat, es entfachen auch neue Brände, Aserbaidschan ist heute ganz, ganz großes, spannendes Thema. 

Tino Chrupalla: Taiwan ist das nächste. 

David Vandeven: Taiwan ist ein Riesenthema, weil es auch die Digitalisierung betrifft ( Tino Chrupalla: So ist es.) und unsere Industrie, unsere Abhängigkeit. Viele werfen uns ja vor, neben dem Gas aus Russland, dass wir überhaupt Abhängigkeiten nach außen so stark aufgebaut haben, dass wir gar nicht mehr handlungsfähig sind. Wir sind nicht nur abhängig, wir sind ausgeliefert. Stimmt das?

Tino Chrupalla: Jein, sage ich mal. Also erstmal muss man sagen, Deutschland ist ein Land ohne Rohstoffe, so gut wie keine mehr, wir haben noch etwas Kohle, auch da ist ja ein vorzeitiger Kohleausstieg beschlossen worden. Selbst wenn ich jetzt sage, und was wir ja auch als AFD vertreten, dass wir die Kernenergie weiter betreiben wollen, muss ja irgendwo der Uran herkommen. Und den gibt es nun auch nicht in Deutschland massenweise. Also auch da haben wir immer eine gewisse Abhängigkeit von Rohstoffen, das betrifft natürlich Silizium genauso für die Batterieherstellung et cetera. Also wir können nehmen, was wir wollen, wir werden weiter abhängig sein. Und deswegen muss man natürlich auch Handelsbeziehungen in die ganze Welt haben und natürlich auch mit Handelspartnern in der ganzen Welt weiterbetreiben. Dazu gehört China genauso wie Russland, genauso wie die USA oder auch Iran, natürlich. Und das heißt, wir müssen interessengeleitete Außenpolitik betreiben, zum Wohle unserer Wirtschaft. Wir haben eine gute Industrie in unserem Land, eine Forschung und Entwicklung die wirklich Höchststandards auf der Welt bemisst. Und wir brauchen aber natürlich kostengünstig Energie und Rohstoffe. Und deshalb darf Russland nicht verschwinden und kann auch Deutschland für uns nicht als Lieferant verschwinden, weil das würde unsere Wirtschaftlichkeit und auch unsere Industrie komplett zerstören. Das wollen einige, wahrscheinlich, das ist ja ein Stückweit mit der Wille dahinter, denn ich glaube nicht, dass es alles nur aus Dummheit passiert oder aus reiner Ideologie. Sondern hier steckt natürlich auch ein gewisser Plan dahinter, dass hier gewisse Industrien in Deutschland einfach abgeschafft beziehungsweise so weit zurückgedrängt werden sollen, dass die von anderen Ländern oder Handelspartnern besetzt werden. 

David Vandeven: Das war sehr schnell gesagt, da war viel dabei. Wenn es einen Plan gibt, ist ja die Frage, wessen Plan wird da eigentlich verfolgt? Und Henry Kissinger hat eigentlich mal ursprünglich einen Plan aufgebaut, wenn man da mal so ein bisschen in die Geschichte zurückguckt, ein paar sind ja noch belesen, die älteren von uns wissen noch, wer er war oder wer er ist.

Tino Chrupalla: Ja, er sagt ja immer noch tolle Sachen. 

David Vandeven: Genau. Und einer seiner Schüler ist eigentlich auch Herr Schwab, oder Professor Schwab, wenn man so will. Die Bundesregierung hat ein Buch rausgegeben, wo ich dachte, auf Seite 43, …#00:08:52#, also nicht die Verschwörungsbibel, sondern ein Schriftstück der Bundesregierung, ein Fünfpunkteplan auf Seite 43, wo ich dachte, Nachtigall ich höre dich trapsen. Bevor wir auf die fünf Punkte eingehen, wir haben zwei Gemeinsamkeiten, wir sind beide 1975 geboren, wir haben beide Zivildienst gemacht. Ich im Westen, Sie im Osten, aber das heißt auch ein Stückweit (B: Aber da gab es schon eine Bundesrepublik, ja, also-) Ja, ja, damals war das ja-

Tino Chrupalla: Also Zivildienst im Osten-, also in der DDR gab es keinen Zivildienst. 

David Vandeven: Nein. Aber damals gab es noch eine Verteidigungsarmee, die NVA war keine Angriffsarmee, es war ein Unterschied zur Bundeswehr von heute, die man-, aber da gehen wir nachher nochmal drauf ein. Punkt sechs der Charta, da wir genau wissen, was Leute tun und möchten, gibt es weniger Bedarf an Wahlen. Mehrheitsumfragen und Mehrheitsfindungen oder Abstimmungen, verhältnisbezogene Daten können Demokratie als gesellschaftliches Feedbacksystem ersetzen. Ersetzen uns künstliche Intelligenz, Daten und Feedbacks später mal der Demokratie? 

Tino Chrupalla: Ja, das ist die Transformation, die große-, the great Reset, nichts anders. Das ist genau die Umsetzung, die im Prinzip immer wieder als Verschwörungstheorie gebrandmarkt wurde, und das sind die ersten Vorstufen, wir erleben es. Aktuell sehen wir es ja-, also ich meine, das hat ja Angela Merkel schon eingeführt, Politik nach Umfragen zu machen. Wenn ich jetzt zum Beispiel den Atomausstieg sehe, das war ja eine reine Gefühlsentscheidung, Bauchentscheidung heraus, und so wurde im Prinzip diese große Transformation, ist ja auch ein Begriff, den sie mit geprägt hat. 

David Vandeven: Gepaart übrigens mit dem Ereignis von Fukushima, da waren die natürlich-, die Leute noch in Schockstarre und dann hat man-

Tino Chrupalla: Ja, da hat man einen Anlass, genau so ist es, ja. Aber das war ja im Prinzip mit eins-, also wir transformieren alles, wir drehen jeden Stein um. Das sind ja Originalaussagen von Angela Merkel auch im Bundestag gewesen, die ich noch selbst mitgehört habe, 2017, 2018. Und das wird jetzt in allen-, in jeder Weise wird das irgendwie durchgezogen, alles transformiert, es bleibt kein Stein auf dem anderen. Und wir erleben es ja, jeden Tag. Und dass man aktuell auch Politik nach Umfragen macht sieht man. Ich hoffe, dass man aktuell aber auch mal sieht, dass die Bürger mittlerweile-, und das ist ja diese Diskrepanz, dies gibt, zwischen Wahrnehmung im politischen Berlin, was ich selbst erlebe, diese Blase, und der Wahrnehmung der Probleme und Sorgen der Bürger, des Mittelstandes, der Handwerker, ja, die mit ganz anderen-, ja, die es vor Ort ja, diese Entscheidungen erleben und auch umsetzen müssen beziehungsweise auch akzeptieren müssen. So ist es ja mittlerweile. Und das ist ein riesiger Widerspruch. 

David Vandeven: Punkt eins, eine Gesellschaft, in er keine Gebäude leer stehen, sondern die ganze Zeit optimal genutzt werden. Auch fahren keine Autos mehr leer, neue Geräte und Maschinen generieren ihre eigene Energie. Diejenigen die die Energie erarbeiten erscheint die Diskussion über zentralisierte, große Kraftwerke sinnlos. Bedeutet eigentlich auch nichts anderes, autonomes Fahren ist so ein Gespenst im Sinne, wir können irgendwann mal im Taxi sitzen und da ist kein Fahrer mehr drin, wir brauchen keine Busfahrer mehr, wir brauchen keine Zugführer mehr-, Lockführer mehr, alles wird vollautomatisch. Und eigentlich brauchen wir auch keinen Besitz mehr von einem Fahrzeug, was wir abstellen auf einem Arbeitgeberparkplatz und-, sondern Carsharing und autonomes Fahren wird die Zukunft werden. Stadt und Land hier in einem vollkommenen Konflikt, oder ist das die Zukunft, was-

Tino Chrupalla: Ja, ich finde es ein bisschen lustig. Das mag ja vielleicht für einige Zentren als Modellstädte mal irgendwo die Zukunft sein, es wird aber nie im ländlichen Raum funktionieren. Und noch dazu, wenn ich die Geschwindigkeit, selbst der Entwicklung und der Umsetzung, wir reden ja bloß mal von der Umsetzung, wie lange wir alleine brauchen, um mal eine Brücke in diesem Land zu reparieren, zu sanieren, eine Straße zu bauen. Wenn ich alleine im Landkreis Görlitz, bei uns hier die B178, also da muss ich lachen über sowas. Und deswegen wird es alleine an der Umsetzung schon scheitern, und das ist das Schöne daran. 

David Vandeven: Auf dem Land mag das so sein, ob es so schön ist, weiß ich nicht, denn in den Städten ist es ja-, ist ja ein anderer Mikrokosmos, der herrscht. Da ist ja sowas teilweise sogar schon nicht nur Realität, es wird ja auch viel Geld hineingegeben, in solche Programme, damit man sagt, wir brauchen den Ausbau der öffentlichen Nahverkehrsmittel, aber wir brauchen die in einem Transformationszeitalter in völlig neugedachten Dimensionen. 

Tino Chrupalla: Die Frage ist immer, das haben sich ja irgendwelche Leute ausgedacht, die ganz klug und schlau sind, haben wahrscheinlich auch viele Preise dafür gekriegt. Die Frage ist ja immer, ob das überhaupt die Bevölkerung will. Das ist ja auch der Punkt, autonomes Fahren, das hört sich immer so toll an. Fragen Sie mal in Ihrer Verwandtschaft, Bekanntschaft, wer will denn das? Wer will in ein Auto einsteigen und nicht mehr selber fahren? Also ich denke mal, ich will noch selbst für ich entscheiden, wohin ich fahre, mit welchem Auto ich fahre, wann ich fahre, wie ich fahre, wen ich mitnehme. Es ist die komplette Überwachung dabei und das wird ja überhaupt nicht berücksichtig, ob das diejenige Person oder ob wir das als Gesellschaft überhaupt wollen. Und das klammert in dieses- (I: Das ist ein sehr interessanter Bereich, ja, ob wir das-) das klammert eben genau diese Transformation ein Stückweit aus. Es heißt ja noch lange nicht, dass es automatisch kommen muss und dass das wirklich ein gewisser Fortschritt ist, weil das bezweifle ich in der Weise. Ich meine, man kann heute schon autonom fahren, das geht heute schon, also die Technik ist vorhanden, dazu brauche ich auch nicht überall ein 5G-Netz. Auch das als Punkt, das kann man mittlerweile mit Sensoren et cetera alles schon gestalten. Aber-, ja, nochmal, also das ist die-, der Punkt, wo man auch mal die Bevölkerung, und das ist die Meinung auch die ich als Parteivorsitzender sehe, wo man die Bevölkerung auch mal fragen will, wie wollen wir denn in Zukunft leben? Was ist denn eigentlich unsere-, sind unsere Werte, auch was unsere Ökonomie angeht? Was sind unsere Maßstäbe? Darüber wird ja gerade aktuell in allen Punkten, allen gesellschaftlichen Teilen gestritten und diskutiert. Und deswegen ist dieser Prozess erstmal vollkommen offen für mich. 

David Vandeven: Okay. Nicht ganz offen ist die Frage des Besitzes. Denn die Leute haben das Gefühl, die Enteignungswelle hat stattgefunden, Inflation ist nichts anderes als Enteignung. Wenn sich die Preise für gewisse Güter wie Strom, Wasser, Gas, aber auch die Co2-Abgabe, die ja viele schon als Belastung empfinden, geballt kommen, verlieren Menschen ja auch bald Besitz. Und ein Thema, was immer wieder heiß umstritten ist, ist das Thema Bargeld, verlieren wir unser Bargeld, werden wir gegen eine identitäre-, also gegen eine künstliche Währung mal ergänzt oder ausgetauscht? Dass die Menschen hier so sehr ans Bargeld glauben noch, und auch die Hoffnung haben, dass das Bargeld bestehen bleibt, Illusion oder berechtigte Angst?

Tino Chrupalla: Ja, berechtigte Angst. Weil das ist natürlich ein Stückweit Freiheit, darum geht es doch. Also Bargeld ist Freiheit, frei zu entscheiden, vor allen Dingen auch anonym zu bezahlen, ja, damit Güter zu kaufen, was meine eigene Entscheidung ja auch ausmacht, ja. Ich möchte nicht reguliert werden von einer Bank, die mir dann sagt, also morgen wird das Geld erstmal entwertet, zehn Prozent, das kann man ja dann machen mit dem digitalen Geld. Oder ich mache mich immer mehr abhängig von Transfer- und Geldleistungen des Staates, was wir ja zum Beispiel mit dem bedingungslosen Grundeinkommen als nächste Stufe ja bekommen werden, ja. (I: …#00:15:51#.) Und da mit macht man sich ja abhängig vom Staat und der Staat kann dann entscheiden, also Familie XY kommt mit 1500 Euro aus, das ist das Grundeinkommen, und die andere mit 2000 Euro, vielleicht kann man sogar noch regulieren, politische Einstellung oder sonstige gesellschaftliche Eignungen. Ich bin mal gespannt. Also das öffnet ja im Prinzip alle-, Tür und Tor, auch was wirklich die Freiheit in diesem Land angeht. Und auch was die Meinungsfreiheit angeht. Also das ist wirklich ein Stückweit für uns, und das sehe ich auch als wirkliche Grundbedingung, dass Bargeld Freiheit heißt. Und das sollten wir mit allen Mitteln auch versuchen zu verteidigen. 

David Vandeven: Also, wenn es um das Thema Freiheit geht, dann haben viele Menschen schon das Gefühl, dass das Gefängnis eigentlich nicht mehr weit ist, und zwar um uns herum. 

Tino Chrupalla: Die Frage ist, ob man dann überhaupt noch ein Gefängnis braucht, weil man lebt bereits in diesem. 

David Vandeven: So ist es, genau. Das ist um uns herum-, also Michael (?Ende) hatte mal ein wahnsinnig tolles Buch geschrieben, die Freiheit des-, das Gefängnis der Freiheit. Ich kann es jedem nur empfehlen zu lesen, denn alles, was wir heute diskutieren, ist eigentlich auch schonmal niedergeschrieben worden. Und es geht Menschen immer mehr auch um die Angst-, oder …#00:16:55#, die gehen auf die Straße, Montagsdemonstrationen wachsen, wir sehen, Freiheit spielt eine wesentliche Rolle in-, einmal in der gefühlten Wahrnehmung, aber einmal in der reellen Wahrnehmung. Und wie frei wir doch wirklich sind, das ist eine spannende Frage, denn einerseits ist Bargeld ein Symbol-, eine Symbolik von Freiheit, aber auch Besitz. Beitz zu verlieren tut vielen, vielen Menschen weh. Die Regierung sagt, Besitz verpflichtet, auf der anderen Seite, wenn du nichts mehr besitzt, bist du eigentlich erst wirklich frei. Und wir sorgen dafür, dass du nichts mehr besitzt, aber dass du glücklich bist.

Tino Chrupalla: (Lacht) Ja, das ist ja, Eigentum verpflichtet, da ist ja der Punkt, warum natürlich viele, ich genauso, auch dieser Region verpflichtet bin und warum ich auch gerne hier bin. Nicht bloß, weil ich hier ein Eigentum habe, sondern weil ich natürlich auch meiner zukünftigen Generation, meinen Kindern, meinen Enkeln was überlassen möchte, was ich denen-, was ich selber erwirtschaftet habe. Was ich jetzt insgesamt sehe, das bezieht sich nicht bloß auf Bargeld und was viele Unternehmen ja immer mehr auch kritisieren, dass sich der Staat immer mehr ins Privatleben einmischt, in allen Bereichen. Das ist ja nicht bloß beim Geld, das ist nicht bloß beim Unternehmertum, das ist in Form der Bildung, im Gesundheitswesen, wir haben es durch Corona erlebt, wie dort Freiheit eingeschränkt wurde, wie dort reguliert wurde. Und das-, ich denke das nehmen immer mehr Bürger wahr, dass hier-, dass man kaum noch Bereiche hat, um sich selbst zurückzuziehen in der Familie, das ist ja der Kern, der kleinste Staat ist die Familie. Und die müssen-, und diesen Kern, den müssen wir uns bewahren, da müssen wir wirklich sagen, stopp, hier hat der Staat keinen Zugriff mehr. Weil davor hat der Staat am meisten Angst, dass wir uns das alle bewahren, und das ist ja wahrscheinlich in Ostdeutschland auch wesentlich mehr ausgeprägt als in Westdeutschland. Deswegen ist hier auch das Rebellentum größer vorhanden, weil wir haben dafür schon einmal gekämpft und wir müssen wieder dafür kämpfen. Ich kann nur animieren, dass wir das auch immer mehr in die Öffentlichkeit, in die Bevölkerung tragen, um uns hier wirklich diese Übergriffigkeit des Staates auf allen Bereichen, nicht nur beim Bargeld, zu bewahren und auch zu verwehren. 

David Vandeven: Also wenn es um das Thema Selbstbestimmung geht, dann hat der Osten sicherlich eins voraus, weil für Freiheit sind die Menschen 1989 schonmal auf die Straße gegangen und haben sich gegen Bevormundung gewehrt. Heute hat man das Gefühl, wir sind in einer globalisierten Welt, wenn man die Bevölkerung der Amerikaner und der Europäer zusammenrechnet, haben wir eine Milliarde Menschen, acht Milliarden sind wir insgesamt. Wir haben nicht mehr die Deutungshoheit wie früher, und wir haben auch das Gefühl ein Stückweit, wir werden von außen mehr gelenkt, als dass wir von innen selbst heraus uns steuern können und auch entscheiden können, wohin denn die Reise geht. Und die Führungspersönlichkeiten, die unser Land verwalten und gestalten wollen, werden mitunter auch bestimmt von außen und beziehungsweise auch gelenkt. Und der World-, oder WEF, World Economic Forum, bestimmt mitunter darüber, wer Entscheidungsträger in dem Land ist und wer nicht. Und das wird immer so ein bisschen abgetan, Verschwörungstheoretiker treten damit auf und das spielt keine große Rolle. Wenn es keine große Rolle spielen würde, gäbe es das Forum glaube ich nicht und auch nicht diese Erkenntnis heraus, wer dort alles gewesen ist und dann auch in hohe Ämter gekommen ist. Meine Frage, gibt es Mitglieder der AFD im WEF, also im World Economic Forum? 

Tino Chrupalla: Ist mir keins bekannt. Weiß ich nicht. Also kann ich-, kann ich so nicht beantworten, also mir ist kein Mitglied bekannt. 

David Vandeven: Wenn die Anfrage käme, wäre die AFD dazu offen? 

Tino Chrupalla: Ja, ist eine interessante Frage, ob wir da offen wären. Ich meine, um Informationen zu bekommen, ist es natürlich interessant dabei zu sein, das muss man als erstes sagen. Und die Frage ist ja, wie übt man auf solchen Foren überhaupt Einfluss aus? Kann man Einfluss ausüben? Also von daher, wenn man es transparent gestaltet und auch eigentlich den Bürgern erklärt, was dort passiert, das-, wir erfahren es ja auch teilweise nicht. Selbst die Öffentlichkeit wird ja dort außenvor gelassen. Was dort eigentlich besprochen wird, was da passiert, welchen Einfluss das auf Wirtschaft, auf Politik hat. Natürlich, wir wissen, es hat einen Rieseneinfluss, um nochmal auf den Punkt der Souveränität zurückzukommen, ich denke das ist der zentralste Punkt, auf den wir ja langsam in allen Bereichen der Entscheidung und auch was in diesem Land passiert, was in Europa passiert, ich finde es gut, dass wir endlich mal uns endlich mal um das Thema Souveränität auch bemühen. Weil Souveränität gibt uns niemand, Souveränität muss man sich nehmen. Und ich bin der Meinung, wir haben aktuell keine Politiker in diesem Land, in der Führungsposition, die sich dieses-, die sich diese Souveränität nehmen wollen. Sie warten immer auf Entscheidungen aus dem Ausland, wir erleben es ja bei Besuchen von Herrn Scholz in Amerika, wo im Prinzip ich eigentlich erwarte dass er die Interessen Deutschlands, und die sind nun mal andere als Amerikas, und das ist auch keine Schande, das ist ganz normal, jedes Land hat andere Interessen. Aber dass er diese klar artikuliert, was sind unsere Interessen? Unsere Sicherheitsinteressen, unsere Wirtschaftsinteressen. Da kommen wir wieder zu dem Punkt Energie, ja. Wir haben nun mal andere Energievoraussetzungen als größte Wirtschaftsmacht in Europa als Amerika, noch dazu mit dem Nachbarland, was zu Europa gehört, wie Russland ist. Wo diese Beziehungen gewachsen sind, strukturiert sind, und wo wir ein Stückweit natürlich auch abhängig sind. Das kann man minimieren, diese Abhängigkeiten, aber natürlich braucht man einen gewissen Mix aus allen Ländern. Ich habe auch nichts dagegen, dass man natürlich auch ein Stückweit LNG-Gas aus Amerika bezieht, aber das muss natürlich auch zu den Preisen sein, die die Wirtschaft akzeptiert und auch bezahlen kann. Nichtsdestotrotz, günstiges Gas muss aus Russland weiter gewährleistet sein. Also diese Souveränität, das auch mal klar zu artikulieren und zu sagen, diesen Mut, den wünsche ich mir und der fehlt mir. Und da fragt man sich in der Tat, um darauf zurückzukommen, welchen Einfluss üben dort gewisse Personen, gewisse Entscheidungsträger auf diesen-, in diesem Foren aus, auf unsere Politiker, auf unsere führenden Politiker. 

David Vandeven: Sie kennen (?den Streit) sicherlich auch draußen ausgeführt auf der Straße, dass viele das Gefühl haben, die AFD vertritt diese Meinung zu schwach im Bundestag. Und Ihnen wurde ja auch Führungsschwäche-, also unterstellt, nenne ich es jetzt mal. Sie wurden aber wieder bestätigt als Bundessprecher, Sie wurden wiedergewählt, die Kritiker wurden daraufhin bisschen leiser, zumindest innerhalb der eignen Partei oder der Fraktion. Aber draußen auf der Straße sagt man sich, wir haben so das Gefühl, dass die da oben noch nicht wirklich erkannt haben, was hier unten los ist. hat die AFD den richtigen Finger in der richtigen Wunde, oder hat sie die falschen Töne derzeit? Oder warum kommt diese Wahrnehmung?

Tino Chrupalla: Ich denke, dass wir das schon sehr wohl im Bundestag artikulieren, klar und deutlich. Was wir natürlich absolut-, was uns fehlt, und das muss man wirklich sagen, ist die Repräsentanz in den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, die haben wir nicht, ja. Und das ist ja auch ein Grund, warum wir totgeschwiegen werden. Und da muss man sich einfach fragen, alleine wenn wir die Umfragewerte aktuell sehen, der AFD, zwischen zwölf und vierzehn Prozent, obwohl wir in keiner einzigen Talksendung seit der Bundestagswahl eingeladen wurden, ist da ja schonmal ein erstaunlicher Wert. Wenn ich jetzt Vergleiche mit den Grünen sehe oder der SPD, die in jeder Talksendung sehen-, sitzen. Und wo dort wirklich Repräsentanten, die nie mal was gelernt haben, die nie mal einen Berufsabschluss haben, ihren Unsinn breittreten können und immer wieder eingeladen werden. Das ärgert uns natürlich, das wissen aber auch die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, dass uns das ärgert. Deswegen brauchen wir natürlich andere Formate, wie hier heute, die wir gerne wahrnehmen, um einfach auch unsere Position mal ausführlich darstellen zu können. Und man muss natürlich trotzdem unterscheiden zwischen der öffentlichen Meinung auf der Straße und auch der Repräsentanz im Bundestag. Und die parlamentarische Arbeit ist ein Stückweit anders als natürlich die Arbeit auf der Straße. Beides, und ich denke das sind wir, wir sind Parlamentspartei, aber auch Straßenbewegung, immer noch. Und das dürfen wir uns auch nicht wegnehmen lassen. Und das machen wir aktuell wieder, dass wir sehr wohl das Ohr in der Bürgerschaft haben, dass wir den Mittelstand vertreten. Das mache ich genauso mit Besuchen im Wahlkreis, und dass wir diese Probleme in den Bundestag natürlich hineintragen, um darauf aufmerksam zu machen. Das ist die einzige Möglichkeit, die eine Opposition, eine wahrnehmbare Opposition, wie wir es sind, eigentlich auch haben. 

David Vandeven: Jetzt sagt der Mittelstand, zumindest die (?Töne), die wir hören, uns geht so langsam die Energie aus, die Kraft auch aus. Und es ist eigentlich egal, was da oben entschieden wird, es läuft alles gegen uns. Das ist so ein bisschen die Wahrnehmung.

Tino Chrupalla: Ja, das ist ja auch die Wahrnehmung-, das ist nicht bloß die Wahrnehmung, das ist ja einfach ein Faktum, ja. Also das ist einfach so, wir sehen, dass der Mittelstand in diesem Land abgewickelt wird, die Mittelschicht enteignet, wir haben es gesagt, das ist nicht bloß die Inflation, ja, die da natürlich ein Hauptgrund ist, dafür. Und ich bin mir aber-, und das wünsche ich mir und das habe ich heute auch zum Ausdruck gebracht, wo ich bei der IHK war, ich wünsche mir aber auch von den Verbänden wesentlich mehr Druck auf die regierende Politik, ja. Das ist mir alles zu windelweich, was da teilweise gebracht wird. Ich weiß, dass die Unternehmer, die Handwerksbetriebe zu den Handwerkskammern einen wesentlichen anderen Druck aufbauen, auch eine klare Ansage dort fordern. Also wenn ich heute-, wir lesen, es wird-, wir reden aktuell, was die wirtschaftliche Situation in Deutschland angeht, nur über die Symptome, wie können wir die beheben. Wir haben hohe Gaspreise, wir haben hohe Strompreise, wir brauchen staatliche Unterstützung, der Staat muss uns helfen. Was ist aber die Ursache dieser hohen Preise? Darüber halten auch die Verbände die Hand drüber, teilweise sind natürlich die Verbände auch parteipolitisch ein Stückweit dominiert, mit CDU, SPD besetzt. Die trauen sich einfach nicht klar zu benennen, um was es geht. Hier geht es um die Sanktionspolitik dieser Bundesregierung. Und das ist der Hauptgrund für die hohen Energie- und Gaspreise. Also müssen die Russlandsanktionen weg, Nordstream 2 muss geöffnet werden. Solche klaren Aussagen vermisse ich auch von den Verbänden. Alles andere, wir können Steuern senken, können wir alles machen, das hilft uns alles kurzfristig sicherlich, aber es behebt nicht die Ursache. 

David Vandeven: Heißt aber auch, Deutschland geht momentan ein Stückweit einen Alleingang, denn die Nachbarländer um uns herum haben andere Intentionen oder vertreten andere …#00:26:35#. 

Tino Chrupalla: Ja, so viel zu unseren Freunden. Es wird ja immer gesprochen, wir sind mit unseren Freunden in Europa einig. Dann frage ich ja immer, wer sind denn eigentlich unsere Freunde, ja. Also ist das Ungarn, die sich aktuell gerade mit Russland auf eigene Verträge stützt? Ist es die Türkei, die sich mit Russland eigene Verträge stütz? Ist es Serbien, die aktuell Gas aus dem Iran bezieht, habe ich heute gelesen, ja. Ist es Polen, die zusätzlich, dass sie uns die Gasleitung sanktioniert und gesperrt haben nach Deutschland, noch 1,3 Billionen Euro Reparationszahlungen fordern von Deutschland? Also das sind unsere Freunde, aktuell. Und deswegen sage ich nochmal, wir müssen endlich unsere Interessen selbst artikulieren und auch die vertreten. Dafür-, das erwarte ich von dieser Bundesregierung. Allerdings, eine grüne Bundesregierung wird das natürlich nicht können und wollen. 

David Vandeven: Das ganze Thema Corona blenden wir erstmal aus, ein Stückweit, aber wir bauen Schulden, wir machen alle Rettungspakete auf Pump der nächsten Generation, nicht auf der jetzigen, sondern wir sagen, wir schieben das hinaus. Es schwirrt ein Geist umher, Lastenausgleichsgesetz, Sigmar Gabriel hat es angesprochen, das Gesetz wurde umschrieben, es wurde erweitert, Impfschäden wurden mit aufgenommen, und, und, und. Kommt das Lastenausgleichsgesetz 2024?

Tino Chrupalla: Ja, ich halte alles für möglich, ja. Also da sind wir wieder bei dem Punkt, diejenigen, die Eigentum haben, werden dann natürlich dann genau mit diesen Lasten belegt, ja. Das sind die letzten, wo man noch, ich sage mal die Daumenschraube ansetzen kann. Wer nichts hat, dem kann man ja natürlich nichts mehr wegnehmen, ja. Ich hoffe, dass die Bürger verstehen, was natürlich, Sie haben es richtig gesagt, was wir an Schulden aufnehmen, ist natürlich ein Stückweit auch EZB-Politik, Euro-Politik, es wird Geld ohne Ende gedruckt, Fridays for Futures fordert jetzt das nächste 100 Milliarden Paket für die Klimarettung, ja. Wer es bezahlen soll, bleibt offen, ja. Im Endeffekt ist es genau das-

David Vandeven: …#00:28:30# die nächste und übernächste Generation. Damit ist ja auch die Schuldfrage wieder geklärt und auch die Abhängigkeitsfrage geklärt. 

Tino Chrupalla: So sieht es aus. Aber wir müssen da mal sehen, welche Leistungsträger mittlerweile auch dieses Land verlassen, darüber wird ja auch kaum geredet. Wir reden ja dann immer gerne von Zuwanderern, die wir unbedingt brauchen für den Arbeitsmarkt, aber dass wir 150, 200.000 Leistungsträger pro Jahr verlieren, die weggehen, die sagen, mir reicht es, ich mache meinen Betrieb irgendwo anders auf, ich gehe mit meiner Familie nach Norwegen, nach England, in die Schweiz oder nach Österreich, um mich dort niederzulassen, weil ich das hier einfach nicht mehr ertrage, das wird vergessen. (I: Standortverlagerung, …#00:29:02#.) Und das ist natürlich ein Stückweit, unsere wirtschaftliche Kraft und Macht wird immer mehr geschwächt, und da frage ich mich, wer das eigentlich dann noch alles finanzieren soll. Also ich hoffe, dass es nicht dazu kommt, wir werden natürlich alles tun, dass es nicht dazu kommt, weil das ist eine nächste Enteignungswelle, nichts anderes. 

David Vandeven: Der Osten hat noch ein zweites Problem, und zwar die Nachfolgewelle, wenn natürlich hier die Rahmenumstände so beschissen sind, sage ich mal auf gutdeutsch, wer hat denn dann noch wirklich ein Interesse, so einen Betrieb weiterzuführen?

Tino Chrupalla: Ja, das ist als nächstes. Also die Firmennachfolge ist ein Riesenproblem. Allerdings, da sind wir wieder bei dem Thema Bildung, was ja wirklich in diesem Land am Boden liegt. Wenn ich alleine sehe, allein dieses Jahr sind 50.000 Schulabgänger ohne Schulabschluss abgegangen und in der Alterskohorte der 30- bis 42-Jährigen reden wir von zwei Millionen ohne Berufsabschluss. Zwei Millionen junge Menschen in diesem Land ohne Berufsabschluss. Und deswegen brauchen wir nicht über Zuwanderung sprechen, kümmern wir uns einfach erstmal um unsere eigenen jungen, deutsche Leute. 

David Vandeven: Wenn wir von Zuwanderung sprechen, in Sachsen kommen tagtäglich 100 Flüchtlinge an, neu, abgeschoben wird kaum. Das Verhältnis Zuwanderung, wir sind Einwanderungsland auf der einen Seite, wir wollten ein Einwanderungsgesetz, was auch nach Qualifikations- oder Qualitätsmerkmalen irgendwo Leute animiert, hierher zu kommen, die nach Bedarf gesucht werden. Und auf der anderen Seite lese ich, ich komme jetzt aus Bautzen, dass Bautzen Bereiche des Ausbildungs…#00:30:29#, die Bäckereiausbildung hatten wir verloren, jetzt auch die Krankenschwesterausbildung, die wir nach Görlitz verlieren. Wir konkurrieren mit anderen Städten. Aber ich glaube Deutschland insgesamt verliert, weil das Handwerk nicht als die Attraktivität mehr dargestellt worden ist, alle wollten studieren, alle wollten was anderes werden. Das-, die Problematik, die wir heute haben, ist ja eine Folgeerscheinung aus der Politik der Vergangenheit. Das ist ja kein neues Phänomen. Also Angela Merkel und ihre 16 Jahre Politik, hatten 192 Monate Zeit eigentlich auch eine andere Wende einzuführen, die wurde nicht eingeführt. Ein weiter so war nicht möglich, jetzt sucht man den Schuldigen in der neuen Regierung. Liegt das Übel nicht weiter zurück als das, was wir heute so ein Stückweit benennen? 

Tino Chrupalla: Ja, da sind wir wieder bloß bei den Symptomen, da sind wir wieder bei dem Punkt. Die Ursache wurde nicht behoben. Und selbst, wenn ich jetzt die Zuwanderung forcieren würde und wenn ich sage, wir brauchen Fachkräfte, Zuwanderung, ja, und-, kommt nur her. Die Frage ist ja, warum sind denn die jetzigen jungen Leute nicht geblieben oder warum kommen sie nicht zurück? Also selbst, wenn wir mit Zuwanderung werben und wir Leute in dieses Land holen, bleiben die ja hier nicht. Auch die suchen sich natürlich, wenn sie ausgebildet sind, wenn sie gut qualifiziert sind, suchen die sich natürlich einen Job, der besser bezahlt ist, also gehen sie ja auch wieder weg, ja. Also das ist ja im Prinzip, hier beißt sich die Katze ja in den Schwanz, das behebt die Ursache nicht. Also dass man natürlich eine Attraktivität in der Region braucht, dass man natürlich auch eine vernünftige Bildung braucht, um die jungen Menschen hier zu halten und natürlich auch eine Infrastruktur. Und das ist die Aufgabe des Staates, die Infrastruktur, und da meine ich nur die Straße und die Schiene, ja. Zu einer Infrastruktur gehört für mich natürlich auch die kulturelle Anbindung in der Region, aber auch, ich sage mal eine Kirche, eine Einkaufseinrichtung, eine Bushaltestelle, eine Schule. Das sind alles Dinge, die hat der Staat meiner Meinung nach ein Stückweit mit zu unterstützen und dafür Sorge zu tragen, dass die Menschen auch dort bleiben und natürlich auch eine Perspektive haben. Und dann kommt man natürlich auch dazu, dass für mich genauso (?eine staatliche Infrastruktur) Wasser gehört, Strom und Energie. Also auch das ist primär Hauptaufgabe des Staates dafür zu sorgen, den Bürgern das kostengünstig zur Verfügung zu stellen. 

David Vandeven: Sehen Sie da momentan eine Wende? Weil der erste Oktober wird so ein bisschen als Stichpunkt angesehen, heißer Herbst. Oder sagen Sie wir sehen der Eskalation erstmal entgegen, aber es wird diese geben. Was ist Ihre Prognose für …#00:32:48#?

Tino Chrupalla: Nein, eine Eskalation möchte ich nicht, ja, also ich möchte keine gesellschaftliche Eskalation und das ist ja auch eine Aufgabe der Politik, auch unserer Partei, sage ich ganz deutlich, das zu vermeiden, dass wir natürlich hier-, ich möchte nicht, dass die Leute hier gegen-, aufeinander losgehen. Also das kann nicht im Interesse sein, ja. Und das-, aber diese Warnsignale muss natürlich die regierende Politik begreifen, dass die Bürger mit dem Latein am Ende ist und dass viele Unternehmen wirklich im wahrsten Sinne des Wortes die Schnauze voll haben, ja. Und dass man sich endlich um diese Probleme auch ein Stückweit kümmern muss und Abhilfe schaffen muss. Und nicht bloß beschwichtigen und erklären, ja, mit Bürokratieabbau wurden wir auch 30 Jahre für dumm gehalten, wo gibt es denn den? 

David Vandeven: Sie sind Handwerker, Sie sind Maler und Lackierer, Sie sind Unternehmer. Ich habe gelesen, von 1990 bis 1992 waren Sie sogar Mitglied der jungen Union. Sie haben an die Werte dieses Landes ein Stückweit mehr geglaubt und Sie haben Sie auch in den richtigen Enden geglaubt, und haben aber dann festgestellt, Sie müssen wechseln, es gibt diese Werte dort nicht mehr, auch nicht mehr in der Partei. Das hat so-, die Zuwanderung war ein großes Thema, mit dem Sie sich auseinandergesetzt haben. Jetzt haben die Leute Existenzängste und ich persönlich habe das Gefühl, viele glauben nicht mehr an diese Wende, sie glauben auch nicht mehr an die Beschwichtigungspolitik. Ich hatte mit Michael Kretschmann lange Zeit ein Interview geführt, er sagte, heißer Herbst kann abgewendet werden. Sie sagen, er muss abgewendet werden, sonst eskaliert es. Aber die Zeichen stehen doch auf einem völlig anderen Kurs. 

Tino Chrupalla: Ja, ich meine, mit muss abgewendet werden, Demonstrationen sind wichtig und richtig, das gehört zur Demokratie dazu, ja, und das unterstützen wir in jeglicher Form, alles was friedlich ist, muss mobilisiert werden, um natürlich politisch Druck aufzubauen, das geht nicht anders. Weil mit anderen Möglichkeiten, mit Wahlen, die aktuell auch nicht stattfinden, haben wir keine Möglichkeit. 

David Vandeven: Ich hake kurz ein, weil Demonstration ist ein Grundrecht der Demokratie, ich gehe wegen meiner Meinung auf die Straße. 

Tino Chrupalla: Genau, und das muss auch laut sein, das ist richtig, ja, das gehört dazu. Und- 

David Vandeven: Aber eine Pleitewelle ist ein völlig anderer Weg als nur eine Demonstration. Eine Pleitewelle bedeutet, Unternehmer sagen, wir haben die Schnauze voll, wir geben auf, wir hören auf. Bäcker-, also Herr Habeck sagte mal dieses wunderbare Wort, wenn ich die Produktion einstelle, gehe ich nicht unbedingt gleich insolvent, ich höre nur auf zu produzieren. 

Tino Chrupalla: (Lacht) Ja, das sagt eben ein Kinderbuchautor, der von Wirtschaft keine Ahnung hat. Ich habe das ja im Bundestag gesagt, also Herr Habeck hat eben so viel Ahnung von Wirtschaft, wie ein blinder von Farbe. Das ist einfach so. Das-, deswegen können solche Leute ja auch nicht in die Politik, wir werden ein Stückweit von Idioten regiert, das ist einfach ein Faktum. 

David Vandeven: Also kann die Produktion nicht gestoppt werden und sollte auch nicht gestoppt werden. 

Tino Chrupalla: Ja, wenn die Produktion gestoppt wird, dann ist man pleite. (Lacht) Ja, also ich meine, ich muss-, habe ja weiter meine laufenden Kosten, ich muss Mitarbeiter bezahlen und die-, Sie haben es angesprochen, die ersten Bäckereien bauen massiv Personal ab oder schließen Filialen. Und wir reden ja hier auch von Grundnahrungsmitteln, von Brot, von Brötchen, die einfach-, normalerweise müsste in Brot schon zehn Euro kosten, wenn man den reellen Arbeitspreis mittlerweile sieht. Bloß, wer kauft das dann noch?

David Vandeven: Die Unternehmer geben momentan ihren Kunden Kredit. 

Tino Chrupalla: Ich denke ein Stückweit machen das einige Unternehmer, zu mindestens die, die regional verwurzelt sind, die natürlich schon seit dritter, vierter Generation als Bäcker in den Regionen arbeiten. Und die haben alle eine gewisse Verantwortung. Das habe ich als Malermeister genauso gemacht, ich bin ja nicht in der Region geblieben, weil man hier so viel tolles Geld verdient, im Gegenteil, ja. Ich habe eine gewisse Verantwortung auch den Kunden gegenüber, ich wollte immer meinen Kunden natürlich eine Freude machen, da ging es nicht bloß primär um das Geld. Weil wenn es um das Geld geht, nur um das reine Geld, um das Materielle, dann wäre diese Region schon komplett ausgestorben. Das ist ja nicht der Punkt, warum man hier leben möchte. 

David Vandeven: Was wäre denn so eine Maßnahme, Nordstream 2 sofort zu öffnen, haben Sie vorhin mal ganz kurz angedeutet. Also Nordstream 2 ist die zweite Pipeline, die gebaut worden ist, an der Ukraine, an Polen vorbei, ein Stückweit der direkte Zugang zum russischen Gas, zwischen Russland und Deutschland. Die Pipeline ist fertig, hat aber keine Betriebserlaubnis bekommen. Also könnte rein theoretisch-

Tino Chrupalla: Die Pipeline ist fertig, die ist komplett mit Gas gefüllt, sie gehört zu 100 Prozent der Gazprom, also das ist ein Punkt, wo man sagt, da braucht man keine Anrainerstaaten, um dort Verhandlungen zu führen. Also man könnte sofort diesen Gasfluss öffnen und die Verträge liegen meiner Kenntnis nach auch alle schon vor. Also es wäre möglich dort günstige Gas zu beziehen. 

David Vandeven: Die FDP-Fraktion hat im Bundes-, also in ihrem Vorstand entschieden, Nordstream 2 soll zurückgebaut werden, …#00:37:03# zum Schluss. 

Tino Chrupalla: Ja, deswegen ist eine FDP überflüssig. Also wer sowas fordert ist für mich wahnsinnig. Dieses Projekt und diese Leitung hat zehn Milliarden Euro gekostet. Zehn Milliarden Euro. 

David Vandeven: Wen hat die zehn Milliarden gekostet?

Tino Chrupalla: Ja, also auch Deutschland hat die natürlich-, ein Unternehmen hat das gekostet, ja, und im Endeffekt hat es auch der Verbraucher bezahlt. Also alleine so eine Leitung, die vorliegt, die uns wie gesagt aus dieser Misere ja auch führen könnte, zurückzubauen, abzureißen, daran erkennt man, dass die FDP mit Sicherheit keine Partei ist, die den Mittelstand und die die Industrie in diesem Land vertritt. 

David Vandeven: Ich meine, andere Staaten müssen ja auch Angst haben, wenn ich so langfristige Verträge mache mit einem Partnerland, mit dem ich gute Verhältnisse pflege, am Ende kriege ich keine Betriebserlaubnis, wer soll dann noch in diesem Land investieren? 

Tino Chrupalla: Ja, vor allen Dingen, wer entscheidet über die Betriebserlaubnis? Das ist dann die EU. Also auch das ist ein Punkt, da reden wir wieder-, da sind wir wieder bei dem Punkt Souveränität. Also andere Staaten, andere Länder, Joe Biden, ich erinnere an den Besuch von Olaf Scholz in Amerika, Joe Biden steht übrigens vor dem Krieg neben Olaf Scholz und sagt, also Nordstream 2 darf nicht in Betrieb gehen. Und der deutsche Bundeskanzler steht da und sagt nichts. Und da frage ich mich-, (Lacht) wo ich das gesehen habe, also wer sich dieses Bild verinnerlicht und anschaut, der weiß eigentlich, was hier los. 

David Vandeven: Manuela Schwesig hat sich glaube ich sogar auch entschuldigt für die Stiftung, die sie gegründet hatte, die-. Da ging es heiß her um das Thema Nordstream 2. Also wir hätten eine Alternative, Gas ist da, wir könnten günstiges Gas kaufen. Auf der anderen Seite gibt es aber direkt vor der Haustür, vor uns, einen Krieg. Und der Krieg heißt, Russland hat die Ukraine angegriffen, ist eingefallen in das Land, vielleicht hat es nicht so viele Kriege geführt wie Amerika, aber ein Krieg mach den anderen nicht besser. Es herrscht dort Krieg, wie muss sich Deutschland verhalten? Panzer-Lieferung, schwere Waffen Lieferungen nach Russland oder gegen Russland, in die Ukraine zu entsenden, ist das die Antwort für Frieden?

Tino Chrupalla: Wir sehen es ja aktuell, dass wir natürlich mit der direkten Lieferung von Waffen, und das ist ja die Diskussion, die aktuell auch stattfindet, wir natürlich als Kriegspartei von Russland wahrgenommen werden können. Und das kann ja nicht in unserem Interesse sein. Und ich möchte auch vor allen Dingen eins vermeiden, dass wir hier in den dritten Weltkrieg schlittern, ohne dass wir es merken, dass die NATO hier Bestandteil dieses Krieges wird, was sie ja zum Teil mit dieser Lieferung schon ist und wird. Und das muss mit aller Kraft und Macht vermieden werden, eben auf dieser diplomatischen Weise. Wir sollten dort wirklich eine Vermittlerrolle, und das könnten wir als Deutschland, gerade auch aus geschicht-, historischen Aspekten heraus, könnten wir das sein, dass wir dort als Vermittler auftreten, dass man sagt, wir schlagen Friedensverhandlungen in Berlin vor. Warum müssen die in Ankara sein? Ja, also wir geben ja ein Stückweit (I: …#00:39:30#, ja.) ja, wir geben ja ein Stückweit auch dieses Format aus der Hand und das hätte ich mir von dieser Bundesregierung auch gewünscht, erwartet. Und natürlich kann man da auch unter Bezugnahme von Gerhard Schröder, der ja nun wirklich gute Beziehung zu Vladimir Putin hat, gewünscht. Warum soll man die nicht nutzen, um-, jeden Tag, der dort Krieg herrscht, sterben Menschen. Das kann nicht-, in niemandem Interesse sein. Weder Ukrainer, noch Russen, die getötet sind, das kann nicht in unserem Sinn sein, dass das in Europa weitergeht. Allerdings muss man sagen, auch dieser Krieg hat viele Väter. Auch dieser Krieg hat eine lange Vorgeschichte, und auch da wird man sich nach Kriegsende, ich hoffe das der wirklich greifbar irgendwann wird, muss man sich darüber unterhalten, was hier schiefgelaufen ist. Und da ist auch sehr viel-, wurden hier sehr viele Fehler gemacht, gerade von den westlichen Ländern. 

David Vandeven: Das ist eine Sichtweise, die viele teilen. Auf der anderen Seite stellt sich natürlich auch die Frage, ich greife es jetzt mal auf, weil sie aus dem Publikum heraus gekommen ist, wäre die Ukraine ein EU-, also Mitglied schon der europäischen Union oder ein NATO-Partnerland, würde dann die AFD anders argumentieren?

Tino Chrupalla: Ja, gut, als NATO-Land natürlich, weil es natürlich dann eine gewisse Verpflichtung gäbe, dieses Land zu unterstützen. Aber wir haben keinerlei Verpflichtungen der Ukraine gegenüber. Nochmal, die Ukraine, Sie haben es richtig gesagt, ist weder NATO-Mitglied, noch EU-Mitglied, ja. Also ich denke, dass wir auf der humanitären Ebene sehr viel leisten, mehr als andere Länder und das ist auch richtig so, das sollten wir auch tun. Aber wir sollten uns auf alle Fälle aus diesem Konflikt komplett heraushalten, keine Waffenlieferung und auch keine militärische Unterstützung, es ist nicht unser Krieg. 

David Vandeven: Also Deutschlands Freiheit wurde mal-, oder unsere Demokratie wurde mal am Hindukusch verteidigt (B: Ja, jetzt in der Ukraine.) jetzt in der Ukraine. (B: Hat ja in Afghanistan wunderbar funktioniert.) Ja, ja, war ein Paradebeispiel. Die Frage ist, funktioniert es jetzt drüben, ist auch sehr fraglich. Aber Sie stellen das NATO-Bündnis nicht in Frage, das unterscheidet Sie ein Stückweit von den Linken, die natürlich auch sagen, raus aus der NATO, die NATO ist kein Friedensbündnis. Und Sie sagen, es ist ein Verteidigungsbündnis und wir sind berechtigtes Mitglied in der NATO, aber die Ukraine gehört nicht dazu, sollte auch nicht aufgenommen werden (B: Korrekt.) und deswegen ist dieser Konflikt anders zu bewerten und zu betrachten. 

Tino Chrupalla: Sie haben es im Prinzip schon beantwortet. Also genau das-, natürlich braucht die NATO eine Reformation, also auch das ist klar. Verteidigungsbündnis haben Sie gesagt, ob das immer der Fall ist und immer der Fall gewesen ist, also hier treffen ja auch Interessen Amerikas und auch der Europäer aufeinander. Also ich denke schon, dass wir insgesamt für die Zukunft ein europäisches Sicherheitsbündnis brauchen, was ein Stückweit abgekoppelt ist von Amerika. Das kann man durchaus diskutieren, das sollte man auch diskutieren. Ich denke, weil eben als Verteidigungsbündnis, so wie aktuell die NATO aufgestellt ist, es ja nicht funktioniert. 

David Vandeven: Das greift ein bisschen an, Macron sagte das mal, die NATO ist eigentlich schon am Sterben, die ist so gut wie stillgelegt. Von Herr Stoltenberg hat man vorher nichts gehört, heute sieht man ihn fast täglich. Die NATO ist eigentlich mit dem Konflikt auch ein Stückweit in Europa wiederbelebt worden, sie war faktisch gesehen mal außer Kraft gesetzt, wir hätten eine eigene europäische Außenpolitik fahren können, aber wir nicht getan, unterwerfen uns jetzt nicht nur der NATO, sie sind-, wir haben diese Wiederbelebung auf der einen Seite. Und wenn Sie sagen, schwere Waffenlieferungen nicht in die Ukraine zu machen, die Franzosen verdreifachen ihre Waffenlieferungen gerade, auch Kampfflugzeuge werden geliefert. Die Eskalation in dem Konflikt ist ja fast schon offensichtlich. Weil Ukraine hat gedroht im Februar, die rote Linie wäre längst überschritten. Und viele fordern von Deutschland, wir müssten nachziehen. Und Frau Lambrecht, die Verteidigungsministerin, die eigentlich nie eine sein wollte, aber abgesehen davon, hatte heute die Nachricht rausgegeben, Deutschland sollte in diesem Konflikt, auch in dieser Auseinandersetzung wieder eine Führungsrolle übernehmen. Von Militär war da zwar nicht die Rede, aber die Führungsrolle-

Tino Chrupalla: Ja, ich weiß schon in welchen Punkten wir die Führungsrolle übernehmen werden, wieder im finanziellen Bereich, wie immer. 

David Vandeven: Also …#00:43:21# reparieren und-  

Tino Chrupalla: Ja, mit was sonst. Oder mit neuem Sondervermögen für die Ukraine, was wir dann sozusagen als neue Schulden wieder aufnehmen wollen. Also in einer anderen Weise, auf militärischer Ebene, werden wir keine Führungsrolle übernehmen können, wie denn? Ja, also dazu sehe ich als Bundeswehr überhaupt nicht in der Lage. Also nochmal, die Bundeswehr, und da gibt es-, soll es auch kein (?Dissens) geben, die braucht eine vernünftige, ordentliche Ausstattung und die soll als Verteidigungsbündnis auch funktionieren. Aber eine Ausdehnung, und ich möchte auch diese Neuentfachung eines kalten Krieges, das möchte ich-, und vor alle Fälle-, oder ein neues Wettrüsten, also das möchte ich auf alle Fälle verhindern und- 

David Vandeven: Sind wir nicht schon mittendrin? Ich meine, wenn wir die modernste Luftabwehr, die wir in Deutschland nicht haben, aber in die Ukraine haben wir sie gesendet, Panzer-Haubitze 2000 ist eine nicht schwere Waffe, haben wir gesendet, zwar ohne Personal, und deswegen ist sie ja auch schon inzwischen kaputt. Es wird (?gefordert) Gepard 2 Panzer zu entsenden. Uns fehlt natürlich am Ende auch das Personal bei der Ausbildung dieser Geräte und dann werden wir die hoch modernste Technologie dorthin entsenden und selber sie aber gar nicht mehr besitzen. Machen wir uns nicht handlungsunfähig? Wir bilden …#00:44:25# aus. Also-

Tino Chrupalla: Wir machen uns handlungsunfähig, und vor allen Dingen wird der nächste Schritt sein, und darauf warte ich bloß noch, bis die Ukraine fragt, wann schickt ihr uns denn eigentlich zur Unterstützung Soldaten, die auch dieses Gerät bedienen können?

David Vandeven: Das wäre nämlich der nächste Schritt. 

Tino Chrupalla: Ja, und das wäre dann wahrscheinlich der wirkliche Eintritt, mit personeller Form, dass wir wieder gegen Russen kämpfen. Und ich meine, ganz ehrlich, bei aller Unterstützung zur Ukraine, das sollte mit aller Form vermieden werden. Und deswegen, nochmal, wir müssen uns aus diesem Konflikt raushalten, deswegen halte ich, halten wir das auch als Partei-

David Vandeven: Tun wir aber nicht wir halten uns ja nicht raus. Wir senden jeden Tag Waffen, wir senden jeden Tag Munition und- 

Tino Chrupalla: Und das ist ein großer Fehler. Und aber-, und im Gegenzug erwarten wir, dass Russland uns weiter Gas liefert. Also alleine diese Idiotie muss man mal mir erklären. Also wir greifen in diesen Konflikt ein, und erwarten, dass uns Russland trotzdem Gas liefert. Also Entschuldigung, also das ist ja schon an Naivität kaum noch zu überbieten. 

David Vandeven: Also auf der einen Seite sagt Russland, wir haben eine Militäroperation, wir sprechen von einem offenen Krieg, wir sagen, die rote Linie-, wir helfen der Ukraine bei der Verteidigung, alles soweit sicherlich noch nachvollziehbar. Weil wir haben ja auch gesehen, die Flüchtlingswelle, wir waren hilfsbereit, wir sind solidarisch, die Flüchtlinge sind hier angekommen, Ukrainer wurden ja aufgenommen, in vielen Wohnungen sind sie untergebracht. Wir haben da auch eigene Erfahrungen aus dem Leid des zweiten Weltkriegs sicherlich noch mit, die eine Rolle gespielt haben, dabei. Und dennoch ist ein Ende nicht in Sicht. Wenn wir das Ende des Krieges nicht sehen, sehen wir aber doch auch kein Ende in Sicht wieder Verhandlungen mit Russland aufzunehmen, Gas und Energie zu bekommen. Und wenn ich keine günstige Energie von Russland bekomme, wie will ich denn dann den Konflikt hier auf unserer Ebene lösen?

Tino Chrupalla: Ja, das ist der Punkt. Also der-, der Punkt der Diplomatie hat ja noch nicht mal begonnen. Ich habe heute zwar gelesen, dass Gerhard-, Entschuldigung, dass Olaf Scholz mit Vladimir Putin wenigstens schon wieder telefoniert hat, also man redet wenigstens wieder miteinander. 

David Vandeven: Unglaublich, dass die Leitung mal bestehen, sie haben ja schonmal miteinander telefoniert. Angeblich übrigens auch sehr lange, um sich nichts zu sagen, aber-

Tino Chrupalla: Nichts-, ja, aber ich meine, das ist ja-, das-, und das erwarte ich einfach, dass da, dieser Druck auch, wie gesagt immer wieder angefacht wird, das man versucht ins Gespräch zu kommen, nur so kann man es lösen. Das wird natürlich Annalena Baerbock nicht praktizieren können, sie lehnt ja Gespräche kategorisch ab. 

David Vandeven: Absolut. Aber nicht nur sie, auch Friedrich März hat gesagt, wenn er es zu entscheiden hätte, er hätte 100 Kampf …#00:46:33# und so weiter gesendet. Strack Zimmermann, eine der Vorstandsmitglieder der Rüstungsindustrie der FDP, ist nicht nur der Rüstungslobby verpflichtet, sondern sagt auch, wir müssen alles entsenden, was wir haben. 

Tino Chrupalla: Ja, das sind Kriegs-, das sind ja die Kriegstreiber per se. Also wir haben ja gerade gesagt Strack Zimmermann, das ist ja das beste Beispiel, das ist schon teilweise gruselig, was diese Frau jeden Tag absondert. Und Friedrich März, ganz ehrlich, das ist eben die Alternative zu Olaf Scholz als Bundeskanzler, und da kann ich nur warnen davor. Also mit diesem Mann als Kanzler wären wir schon im dritten Weltkrieg, nicht anderes proklamiert er. Im übrigen hat er auch das Ende Nordstream 1 ja schon in den Mund genommen. Also er vertritt mit Sicherheit alle Interessen, aber keine deutschen. 

David Vandeven: Er war allerdings auch vor …#00:47:15# natürlich auch als angesehener Mensch. In Görlitz war er mal zu Gast, und jeder hat gesagt, mit ihm kann man eventuell auch die Wende von der Merkel-Regierung …#00:47:22# (B: (Lacht) Das sieht man ja.) erwarten. Ich denke man erwartet-, oder man sieht etwas anderes als das, was man erwartet hatte. Die Alternative für Deutschland im Osten in einer anderen Wahrnehmung als im Westen, ein Stückweit gibt es da Unterschiede, aber-. Wenn ich auf Wikipedia gehe, ich gehe mal ein Stück zurück, dann sehe ich Tino Chrupalla, rechtspopulistischer Politiker der AFD-Faktion, ich sehe die Partei unter-, als Verdachtsfall, unter Beobachtung, rechts außen, klarer, anderer Verstand als links außen. Und die Mitte sagt, wir wollen den Krieg. Wo soll denn das hinführen?

Tino Chrupalla: Ja, deswegen möchte ich ein Stückweit auch von diesen Schubladen, rechts, links weg, ja. Weil das ist erstens überholt, das ist natürlich immer ein Stückweit Politik der Medien, um den Spalt und den Keil in die Bevölkerung reinzutreiben. Man muss sich ja jeden Tag von irgendjemandem distanzieren, ja. (Lachend) Also von irgendeiner Person, von einer Partei, von denen und von denen. Und das ist genau das, dieses Spiel der Medien, was ich ein Stückweit nicht mehr mit machen möchte und auch nicht mit machen werde. Weil ich sage mal, wir als Partei, als AFD, wir sind Grundgesetzpartei. Wir vertreten das Grundgesetz, so wie es jetzt geschrieben steht. Und alleine das reicht. Da brauche ich nicht anfangen mit, das ist rechts und das ist links, der Rest ist gesunder Menschenverstand. 

David Vandeven: Was ist mit der Entwicklung der freien Sachsen, ist das was, was rechts von euch entsteht?

Tino Chrupalla: Das ist eine konkurrierende Partei, das muss man wissen. Es-, viele denken ja, es ist eine Bürgerbewegung, ja, und das ist sie nicht. Es ist eine konkurrierende Partei wie jede andere Partei, auf der linken oder auf der mittleren Seite, wie auch immer man es bezeichnen will. Und von daher ist es ein Mitbewerber. 

David Vandeven: Es gab diesen Schulterschluss in Leipzig …#00:48:58# Demonstration, Gregor Gysi ist aufgetreten für die Linke, die freien Sachsen haben eine Demo angemeldet am selben Tag, der Montag gehört der Straße, den Bürgern. Spielt das eigentlich eine Rolle, wenn es um das Thema Energie geht, um das Thema Krise, Wohlstand, Existenz, ob der neben mir steht, rechts oder links ist, macht ihr da einen Unterschied?

Tino Chrupalla: Ich mache ja keinen Gesinnungstest, welche Person neben mir steht, ja. Also das ist schonmal Punkt eins. Natürlich, wenn die Linke zu einer Demonstration anmeldet, gehe ich nicht dorthin, also ich jedenfalls nicht, ja. Wer dort-, jeder Bürger ist frei, kann natürlich dort hingehen und kann sich das anhören, sehr gerne, von mir aus, ja. Also das ist ja noch jedem seine eigene Entscheidung, wir leben in einem freien Land. Also insgesamt, und wenn freie Bürgerbewegungen dort-, unterschiedlicher Couleur, dort zu Demonstrationen auftreten, schaue ich mir das auch mal an, natürlich, ist ja auch richtig, mir wichtig. Es ist mir-, ich meine, was ist der Puls der Bevölkerung, der Demokratie, und das muss ich mir …#00:49:48#, das ist eigentlich eine Verpflichtung jedes Politikers zu schauen, warum gehen die Menschen dahin, was sind die Gründe und was sind die Forderungen? Kann ja auch Gutes dabei sein und sollte ja auch. 

David Vandeven: Das Thema Diplomatie haben Sie angesprochen, Berlin haben Sie angesprochen, ich denke Sachsen hat nochmal eine Sonderrolle, weil Sachen hat Partnerstädte. Leipzig hat die Partnerstadt Kiew, Dresden hat Sankt Petersburg (B: Ja, ist doch wunderbar.) eigentlich sollte Sachsen doch prädestinierter sein für das Thema Diplomatie und Michael Kretschmer schlägt auch diese Töne an. Wird allerdings für diese Haltung nicht nur gebashed, sondern auch in der eigenen Partei alleine stehengelassen. Ist er auf euren Zug aufgesprochen, oder ist-, hat er einfach einen anderen Blickwinkel, sieht er die Probleme anders im Land und sollte er Unterstützung erfahren? Wie geht man mit dieser Positionierung um, die er hat, momentan? 

Tino Chrupalla: Ja, also jetzt erstmal, Unterstützung erfahren, also wir unterstützen alle richtigen Entscheidungen, auch von anderen Parteien und anderen Mandatsträgern. Also wenn die Linke im Bundestag einen guten Antrag einbringt, dann unterstützen wir den als AFD-Fraktion genauso, wie von-, eventuell von der FDP oder von der CDU. Das sollte für uns nicht die Messlatte sein, dass wir die ideologischen Scheuklappen aufsetzen. Wenn es dem Wohle des deutschen Volkes dient, unterstützen wir das. Und wenn Michael Kretschmer diesen Weg einschlägt und natürlich auch, na sicherlich, auch mit dem Druck des Mittelstandes, der Unternehmer, den bekommt er genauso geschildert wie ich, wie wir alle, ja. Dann weiß er natürlich auch, als Ministerpräsident hat er eine Verantwortung der sächsischen Wirtschaft gegenüber und dann muss er auch diesen Weg einschlagen und das erwarte ich und das versucht er ja ein Stückweit, ja. 

David Vandeven: Absolut. Wenn ich von Druck spreche, es gab mal die Diskussion, oder es gab mal eine Idee der AFD, vor vielen, vielen Jahre, der Osten sollte Sonderwirtschafts…#00:51:24# werden, weil er hat ganz andere Belastungen, aber auch ein ganz anderes Fundament als der Westen. Von diesem Thema, Sonderwirtschafts…#00:51:34#, höre ich so gut wie Garnichts mehr. 

Tino Chrupalla: Naja, das ist natürlich jetzt ein Stückweit-, wir können mal jetzt auch über den Strukturwandel sprechen, was ja die Region Görlitz, Bautzen ja genauso betrifft, darüber redet jetzt aktuell auch keiner mehr, weil natürlich jetzt ganz andere Probleme vorherrschen, auch finanzieller Art. Sonderwirtschaftszone habe ich bereits im Bundestagswahlkampf 2017 erwähnt, damals noch der Gegenkandidat Michael Kretschmer, der das vehement abgelehnt hat, der gesagt hat, das geht überhaupt nicht ist mit europäischen Recht nicht vereinbar, das wird nie stattfinden. Ich meine, wie man das am Ende nennt, ob man das Sonderwirtschaftszone nennt oder Region Ost oder Modellregion, gibt es ja auch tolle Bezeichnungen, ist mir eigentlich auch relativ egal. Weil was sehen wir denn aktuell an der Deutsch/Polnischen Grenze, dass hauptsächlich im Ostteil, also auf deutscher Seite, immer mehr Unternehmen abziehen und auf polnische Seite ziehen. Weil die Polen haben die Wirtschaftszone, und das wissen ja viele nicht, dass die genau eine Sonderwirtschaftszone unter Genehmigung der EU haben und da deutsche Unternehmen wir Daimler, wie-, auch wie Lufthansa, also dort-

David Vandeven: …#00:52:33# auch in …#00:52:35# gebaut haben …#00:52:35# Polen gebaut. Also ganz andere Standortbedingungen, ganz andere Steuerbelastungen, völlig andere Energiepreise und auch andere Personalkosten. 

Tino Chrupalla: Ja, mittlerweile gibt es wirklich Deutsche, die dort nach Polen arbeiten fahren. 

David Vandeven: Ja und sogar gut verdienen, ja. 

Tino Chrupalla: Sogar gut verdienen. Also das meine ich damit, dass genau das eigentlich gefordert, von uns immer noch gefordert wird. Und, ja, ich meine, aktuell haben wir natürlich die Probleme, wenn es so weitergeht mit diesen Energiepreisen, dass es dann eher noch weniger Unternehmen in unserer Region werden gibt. Und das ist leider aktuell der Stand. 

David Vandeven: Damit auch mehr Mittelstand oder auch damit mehr Mittelschicht. 

Tino Chrupalla: Ja, aber nochmal vielleicht auf Michael Kretschmer und auf die CDU zurückzukommen, das ist natürlich ein Stückweit auch dieses permanente Versuchen, die Sorgen und Probleme der Bürger einzusammeln. Aber auch mit dieser Regierung, er regiert mit den Grünen, wird es keine (I: …#00:53:22#, absolut, ja.) wird es keine Veränderung geben. Also er hat sich ja da von dem grünen Koalitionspartner komplett über den Tisch ziehen lassen. Und das ist auch nicht der Wählerwille der Sachsen gewesen, dass die Grünen-, dass die CDU mit den Grünen und der SPD regieren. Was war der Wählerwille? Das war CDU und AFD gewesen. Dann muss man eben auch den Mut haben, den zweiten Schritt zu machen und natürlich auch den Wählerwillen berücksichtigen. Und Friedrich März, mal mit Verlaub, also das ist nun weiß Gott die Blaupause von Angela Merkel, er beweist es, wenn ich jetzt den Bundesparteitag gesehen habe, Frauenquote in der CDU, na viel Spaß. Also im Prinzip gehen di den grünen Weg schneller als ganz andere Parteien. 

David Vandeven: Also grünen Weg, mag sein, Angela Merkel war ja mal angetreten nach der Wiedervereinigung eigentlich-, oder-, ja, nicht angetreten, aber sie war ambitioniert in die SPD einzutreten, sie wurde nicht genommen, sie wurde aber von dem World Economic Forum dann später in der CDU etabliert und sie wurde auch Bundeskanzlerin. Viele wissen das gar nicht, dass sie eigentlich in die SPD wollte und sie hat eigentlich auch nicht den klassischen Kurs einer CDU-regierten Fraktion verfolgt. Sondern sie war immer auf dem Links-Kurs, sie hat alle Personen, die ein Stückweit anders gedacht haben auch aus ihrer eigenen Partei verdrängt. Da hat sie gut gelernt-

Tino Chrupalla: Gut, das passiert aber in allen Parteien so. (Lacht)

David Vandeven: Eben, das war-, sie hat einen guten Lehrmeister gehabt, also Kohl hatte das auch schon per se gut drauf gehabt. Viele dieser Menschen, die verdrängt worden sind, sind letztendlich aber auch in der AFD gelandet, weil sie gesagt haben, dort finde ich mich mit konservativen Werten widergespiegelt, authentisch und aber auch mit einer gewissen Zukunft. Kann da eventuell sogar wieder der Weg in die andere Richtung gehen, dass man sagt, es gibt eine Koalition, es gibt einen Zusammenschluss zwischen der AFD und der CDU?

Tino Chrupalla: Ja, das ist ja eine Frage, die die CDU beantworten muss, nicht wir. 

David Vandeven: Ich habe heute nicht die CDU zu Gast, sondern Sie. Also …#00:55:03# der Wunsch von Ihrer Person, von Ihrer Partei …#00:55:06#

Tino Chrupalla: Also Fakt ist, dass wenn wir natürlich politisch wirken wollen, dass wir einen Koalitionspartner brauchen. Also dass die AFD in irgendeinem Bundesland zeitnah 51 Prozent erreichen sollte ist anstrebenswert, aber ein Stückweit unrealistisch, obwohl ich es mir natürlich wünschen würde. Also brauchen wir, wenn wir regieren wollen, natürlich einen Koalitionspartner, einen Juniorpartner. Und das kann die CDU genauso sein wie vielleicht-, gut, in Ostdeutschland, eine FDP existiert ja kaum noch. Im Endeffekt geht es um die Inhalte und natürlich das, was man umsetzen kann. Warum kann man nicht-, also ich-, also selbst mit einer SPD wäre das möglich, das muss ja nicht per se die CDU sein. Diese Cluster, die gibt es ja auch jetzt schon nicht mehr, parteipolitisch, die, die, die. Ja, und deswegen, davon müssen wir auch ein Stückweit wegkommen. Es muss im Interesse und zum Wohl der Deutschen, der Bevölkerung sein, darum geht es mir. Und wer das im Endeffekt mitträgt, ist mir eigentlich egal. 

David Vandeven: Gebe ich Ihnen prinzipiell recht, wäre also das Fundament der Demokratie zu sagen, es muss im Interesse des Landes sein, darauf wird ja auch ein Eid geschworen. (Tino Chrupalla: So ist es.) Und wir erleben aber ein Stückweit, dass dieser Eid auch ein Stückweit gebrochen wird. Annalena Baerbock, wir kürzen es ab, eigentlich heißt sie ja noch ein bisschen anders, aber gehen wir nicht drauf ein. Vertritt aber auch die Interessen der Ukrainer und hat es auch offen zugegeben, dass es ihr eigentlich egal ist, was der Wähler denkt, weil sie ihre Interessen vertritt oder die, für die sie bestimmt ist. Bei manch anderen Personen hat man dasselbe Gefühl. Was sollen die Menschen denn eigentlich draußen jetzt noch tun, wenn sie das Vertrauen in die Demokratie und in die Parteiendemokratie verlieren und erpresst werden zu sagen, du kannst ja auch einfach deine Produktion einstellen. Was denken Sie, wie sollte die Reaktion oder was glauben Sie, wie die Reaktion draußen ausfallen wird im Herbst, wenn es kalt wird und wenn die Personalkosten nicht mehr gezahlt werden können, der Mindestlohn steht an, neue Arbeitsverträge stehen an, die Energiekosten steigen und (?der Wähler) muss die Reißleine ziehen. Weil neben der Inflation, die momentan die Enteignung ist, droht uns eine Rezession. 

Tino Chrupalla: Ich denke mal viele Bürger wissen noch gar nicht, was auf sie zukommt. Das ist so ein Stückweit, was ich so erfahre. Jeder sagt zu mir-, oder mit vielen, mit denen ich rede, ja, ich zahle jetzt 250 Euro Abschlag Gas pro Monat. 

David Vandeven: Das der Bürger, das stimmt. Unternehmer und Bürger unterscheide ich glaube ich schon nochmal, weil der eine macht eine längerfristige Strategie, und der andere …#00:57:11#. 

Tino Chrupalla: Das mag sein, aber der angestellte Unternehmer-, also der Angestellte im Betrieb weiß auch nicht, was im Konzern-, gerade-. Ich will damit sagen, dass ein Stückweit, was auf uns zukommt, vielen überhaupt noch nicht bewusst ist, ja. Also, dass eine Verfünffachung, Versechsfachung, Versiebenfachung des Gaspreises ins Haus steht, also dass dann der Abschlag nicht mehr 250 Euro ist, sondern 1500 Euro, das haben viele noch überhaupt noch nicht realisiert. Und das ist natürlich überhaupt nicht finanzierbar. Also ich denke, das wird erst-, also der Kipppunkt in der Gesellschaft, der wird noch nicht diesen Herbst erfolgen. Weil die Nachzahlung des folgenden Winters, die kommt erst nächstes Jahr um diese Zeit. 

David Vandeven: Durch die längerfristigen Verträge, durch günstigere Preise, (B: So ist es, ja.) die man uns angeboten haben. Aber Strom ist abgekoppelt davon. Strom und Gas sind zwar miteinander verbunden, aber Strom ist ein eigener Tarif, den man (B: Ja, aber auch der Tino Chrupallaist ja sechs-, versiebenfacht.) …#00:57:59#. 

: Also die-, jetzt haben auch viele, ich auch, noch einen günstigen Vertrag, der läuft bis Februar, mein Vertrag. Dann muss ich mich auch um einen neuen Vertrag kümmern, und der wird anders aussehen. Und-

David Vandeven: Die Co2-Umlage kommt, die steigt-

Tino Chrupalla: Nein, die kommt nicht, die ist ja verschoben worden. 

David Vandeven: Ja, aber ist geplant, zumindest, …#00:58:15# noch da. 

Tino Chrupalla: Übrigens ist das auch sehr interessant, alleine dass man sagt, man setzt die aus um ein Jahr, man erhöht die erst-, also die gibt es ja schon, die wurde ja-, bloß die Erhöhung ist ausgesetzt worden auf 24. Und die Nichterhöhung verkauft man als Entlastung. Also das ist auch ganz interessant. (Lachend)

David Vandeven: Ja, ja, genau, das ist eigentlich schon eine Mehrbelastung, weil wir bezahlen momentan die erste Stufe, ja. 

Tino Chrupalla: Ja, aber interessant ist, dass man das uns als Entlastung verkauft, also eine Nichterhöhung. Also auch das ist eine absolute Frechheit und ein Taschenspielertrick, nichts anderes. 

David Vandeven: Ja, was ist denn Sondervermögen, das ist auch nichts anderes als …#00:58:45#

Tino Chrupalla: Ja, natürlich, das hört sich ja auch toll an. Also wir nennen jetzt Schulden Sondervermögen. Also ich denke, dass diese Wucht auf die Politik, auf die regierende Politik, Sie haben es gesagt, Annalena Baerbock vertritt nicht die Interessen, vertritt die Interessen der Ukraine, das ist-, dann soll sie es machen, dann soll sie in die Ukraine auswandern. Nichts anderes ist es. Also wenn sie die deutschen Interessen nicht vertritt, dann ist sie als Außenministerin, als Ministerin absolut ungeeignet in diesem Job, und das ist sie ja auch. Herr Habeck genauso. Also ich halte von dieser Bundesregierung, wir können ja mal durchgehen, von Herrn Lauterbach angefangen bis zum Bundeskanzler, wie gesagt, das sieht sehr traurig aus. Allerdings, die Alternative mit der CDU, die sieht nicht besser aus. 

David Vandeven: Was ist zu erwarten von der Alternativen für Deutschland, werden da Rechtsverfahren eingeleitet, wird da Meineid vorgeworfen, Bruch des Eids? Oder-

Tino Chrupalla: Ja, die Frage ist ja immer, wie Judikative und Exekutive mittlerweile auseinandergehalten werden, in diesem Land. Alles ist politisiert, Bundesverfassungsgericht ist politisiert mit Parteikader besetzt, also selbst dieser Rechtsweg ist schwierig. Wenn gleich wir ihn natürlich gehen. Es ist die einzige Möglichkeit überhaupt dort dagegen vorzugehen, das werden wir machen, werden wir alles versuchen zu beschreiten. Und wenn es hier Amtsvergehen gibt, dann werden wir das natürlich auch verfolgen und auch da weiter. Das ist der parlamentarische Druck, den wir ausüben, natürlich. 

David Vandeven: Also wenn deutsche Existenzen bedroht sind, Unternehmer sagen, sie müssen die Reißleine ziehen, dann sind das ja schon mehr als nur Warnschüsse. Auch die Kammern, teilweise, haben ja Brandbriefe an Herrn Scholz geschickt, nicht alle, manche Städte tun das. Der neue Landratsabgeordnete oder neue Landrat des Landkries Bautzens, Udo Witschers hat geschrieben, der Landkreis ist faktisch gesehen pleite, die Mehrbelastung der Sozialkosten (B: Ja, das ist im Prinzip-) sind nicht mehr zu tragen. (B: -das ist für fast alle Kreise.) Also wie viele Hilferufe braucht es noch mehr? Also-

Tino Chrupalla: Ja, dass auch diese Landräte und auch diese-, dass diese Kammern und auch diese Institutionen wesentlich mehr Druck auf die Politik machen und auch die müssen mit auf die Straße gehen. Das erwarte ich ganz einfach. Die sollen dort die Unternehmer und auch die Angestellten mitunterstützen. Denn die sind schon auf der Straße, das sind die ersten, die auf der Straße sind. Und dann erwarte ich einfach auch, dass ein Handwerkskammer-Präsident auf einer Demo einfach mal das Wort ergreift und die Unternehmen mit unterstützt. Genauso die IHKs, erwarte ich, dass die dort mit das Wort ergreifen, und das muss nicht parteipolitischen Anstrich haben, im Gegenteil. Das muss keine AFD-Demo sein, ja, und es muss auch keine andere Bürgerbewegung sein, das erwarte ich einfach auch von diesen Kammern. Weil das ist der Druck, den diese Politik braucht. 

David Vandeven: Also ich höre eins raus, die Leute gehen auf die Straße, die Kammern sollten das unterstützen, wenn die Leute auf die Straße gehen, ist zu befürchten, dass die Bundesregierung mit einem Schritt reagiert, der auch so ein bisschen rumgeistert, das Militär könnte eventuell im Inneren eingesetzt werden, um Unruhen zu zerschlagen? Weil man hatte die Angst ja schon ein Stückweit auch in der Bundesregierung- 

Tino Chrupalla: Also dann bräuchte-, wenn man natürlich unser Militär sieht, bräuchte man ja eigentlich keine Angst haben. 

David Vandeven:  Ich weiß nicht, ob das der Eindruck ist, wenn bewaffnete Soldaten in Vollmontur dort stehen und Polizisten …#01:01:33#, also da gibt es ja schon Unterschiede. 

Tino Chrupalla: Ich hoffe natürlich, dass das in dieser Form nicht passiert und ich denke-, ich kann mir das einfach auch nicht vorstellen. Weil selbst unter den Sicherheitskräften, die ja mittlerweile, ich sage mal das Wasser Unterkante Oberlippe steht, die erleben es ja selbst, was in diesem Land passiert. Auch sie haben Familien, auch sie müssen Strom und Gas bezahlen, ja, auch sie sind ja von diesen ganzen Herausforderungen mitbetroffen. Also ich kann mir nicht vorstellen, dass das in irgendeiner Weise diese Leute so beeinflusst, dass sie gegen das eigene Volk vorgehen würden. Also da muss ich an 89 dran denken, auch da hat genau das die Rolle gespielt, dass die Leute gesagt haben, das sind ja eigentlich unsere Leute, die wir im Prinzip mit unterstützen und vertreten sollten. 

David Vandeven: Der Bundesgeneral Breul wurde allerdings eingesetzt schon, um die Verteilung des Impfstoffes im Land zu generieren und so sicherzustellen. Und hat eine 1900-Mann starke Truppe jetzt bekommen, die genau für diese Sicherungselemente sorgen sollen, sollte es zu Exzessen im Land kommen. Wenn es das eigene Land nicht schafft, stehen ja immer noch auch Cheftruppen der Amerikaner zur Verfügung. 

Tino Chrupalla: Ja. (Lacht) Ja, das wäre natürlich der Super GAU, ja, wenn Truppen, die hauptsächlich im Westen-, oder die im Westen ja stationiert sind, dazu eingesetzt werden sollten, um hier Aufstände, beziehungsweise Demonstrationen zu unterbinden. Also das ist ein Szenario, darüber möchte ich überhaupt nicht nachdenken. 

David Vandeven: Ich glaube, dass die Illusion bei manchen Leuten, 89, friedliche Revolution, nicht nur Zufall war, sondern dass es natürlich auch Ansätze gegeben hat, dass Menschen-, wie Menschen reagiert haben und sich als Menschen entpuppt haben und die Geschichte zeigt es ja auch. Aber es gibt keinen Persilschein dafür, dass es so bleibt, es hätte auch anders ausgehen können. Und es kann natürlich auch dieses Mal anders ausgehen-

Tino Chrupalla: Deswegen ist es ja auch ein Stückweit ein- (I: Das Signal ist ein anderes.) Signal ist ein anderes, deswegen ist es trotzdem ein Stückweit mit eine gewisse Verantwortung, auch der AFD natürlich, dass es dieses-, dass diese Demonstrationen in jeglicher Form friedlich bleiben, dass es nicht zu dieser Eskalation und zu körperlichen Übergriffen kommt. Also das möchte ich mit allen Mitteln vermeiden, ganz ehrlich. Das kann nicht-, das kann in-, also in keinem Interesse von irgendjemandem liegen, dass das auf diese Weise eskaliert. 

David Vandeven: Die Meinung teile ich. Michail Gorbatschow ist geworben, der Vater der Wiedervereinigung, er hat kein Staatsbegräbnis bekommen, ist in Russland hart kritisiert worden für seinen Kurs, den er eingeschlagen hat. Wer von der AFD war bei der Beerdigung? 

Tino Chrupalla: Bei der Beerdigung war niemand, weil es schonmal schwierig war selbst nach Russland zu reisen. Also da bräuchte man schonmal eine Woche, um ein Visum, beziehungsweise, um dort auch die Ausreise vom auswärtigen Amt bestätigt zu bekommen. Das wäre nicht-, hat nicht funktioniert. Ich war in der russischen Botschaft, habe kondoliert, so wie es sich auch gehört. Ich weiß nicht, welche Politiker anderer Parteien dort waren, ich habe-

David Vandeven: Ich glaube gar keiner. So viel ich weiß, war nur ein Botschafter da der deutschen Bundesregierung, das war es. 

Tino Chrupalla: Ja, das sagt eigentlich alles aus. 

David Vandeven: Das sagt sehr viel aus. Das-

Tino Chrupalla: Ja, das ist schon ein Stückweit schon eine Schande, muss ich ganz ehrlich sagen. Auch im Bundestag gab es eine kurze, halbstündige-, eine halbstündige-

David Vandeven: Nennen wir es Andacht? 

Tino Chrupalla: Andacht, …#01:04:31# bezeichnen. Also das hat- 

Tino ChrupallaDavid Vandeven: Mehr war es wirklich nicht, also-

: Mehr war es nicht, das hat man sich wenigstens noch gegönnt, ich sag es mal ganz ehrlich, ja, obwohl wir ihm ja doch wirklich sehr viel zu verdanken haben, als Deutsche hauptsächlich. Und ich möchte über die innenpolitischen Fehler, die er sicherlich in Russland auch gemacht hat und-, in der Sowjetunion gemacht hat, überhaupt nicht groß reden, das ist eine innenpolitische Angelegenheit. Aber ich denke wir als Deutsche haben dort schon doch einen großen Dank auch ihm im Form, was er uns zum Wohle der Deutschen und auch zum Gelingen der deutschen Einheit gegeben hat. 

David Vandeven: Ist da irgendwas geplant? Also, dass man-, es gibt ja jetzt auf-, interessantere Ideen, in Dresden einen Gorbatschow Platz anzuführen, eventuell ihm hier einfach auch mehr Geltung oder mehr Raum zu bieten, als das, was wir getan haben. Also Sie sprechen von einer Schande auf der einen Seite, was das Begräbnis betrifft, die Würdigung seiner Person, nach dem Ableben ist auf der anderen Seite auch eine Debatte, die derzeit geführt wird. 

Tino Chrupalla: Ja, obwohl ich mal sagen muss, sowas klärt meist die Geschichte. Also ich denke, das wird auch ein Stückweit ein Punkt sein, die die nächsten Jahre geklärt werden wird. Also das hoffe ich mir ganz einfach. Und nochmal, auch dieser Krieg, Russland, Ukraine, wird irgendwann ein Ende haben, und dann hoffe ich, dass es auch wieder normale Beziehung zu Russland gibt und geben wird. Das erwarte ich ganz einfach. 

David Vandeven: Aber zu Putin oder zu Russland ist ja auch nochmal ein Unterschied. Weil ich meine, Putin hatte natürlich auch etwas miterlebt, sich-, Sie sagten-, Sie sprachen es selber an, der Konflikt hat eine lange Vorgeschichte. 

Tino Chrupalla: Ja, hat viele Väter, habe ich gesagt. 

David Vandeven: Hat viele Väter, genau. Also wenn man das ein bisschen mitverfolgt hat, seit 2014, wo eigentlich auch schon nach dem Maidan der Krieg ausgebrochen war in der Ukraine, saß Russlands Präsident, Vladimir Putin, relativ isoliert von westlichen Politikern, ausgegrenzt, ein Stückweit. Man sieht die diplomatischen Beziehungen derzeit nicht, die sagen, der Krieg wird irgendwann enden. Die Gefahr, dass er eskaliert besteht natürlich auch noch. 

Tino Chrupalla: Ja, der ist-, also größer denn je, würde ich sogar sagen. Also da sind wir lange noch nicht weg davon, dass er eskalieren oder sich ausweitet. Also das muss als aller erstes vermieden werden, ja. Und danach wird es ein- 

David Vandeven: Sehen …#01:06:32# Bewegung? Also da wäre es die echte Frage mal- 

Tino Chrupalla: Nein, die Friedensbewegung, die kommt ja nun aus-, die kommt ja nun ausgerechnet aus Seiten-, oder von Seiten der AFD. Also eine andere Friedensbewegung, die sehe ich ja nicht, die gibt es ja auch nicht, zu mindestens in diesem Land. Also wir gehen für Frieden, Freiheit, Selbstbestimmung jeden Montag auf die Straße. Das hat nicht nur mit den Energiepreisen zu tun, sondern natürlich auch für Frieden, was wir für unsere Kinder wollen. Und nochmal, es wird auch ein Russland ohne-, und nach Vladimir Putin geben. Also auch das muss einfach bewusst-, ins Bewusstsein gerückt werden, ja, egal wie man zu dieser Person steht. 

David Vandeven: Absolut. Sie sagen die normalen Medien, die Leitmedien, die Mainstream-Medien meiden Sie ein Stückweit, Sie werden nicht mehr eingeladen, seit der Bundestagswahl so gut wie gar nicht mehr, auch ein Stückweit meine Wahrnehmung. Wenn man in dem eigenen Landkreis 32 Prozent holt, das heißt, jeder dritte Bürger hat sich für die Partei entschieden und man sieht keine Wahrnehmung mehr in den öffentlich-rechtlichen Meiden. Das ist jetzt kein neuer-, neues Phänomen. Ist Ausweichen auf die sozialen Medien, also Internet, die Lösung? Oder wie geht ihr mit dem Thema um? 

Tino Chrupalla: Ja, andere Möglichkeiten haben wir ja kaum. Also ich meine, wir nutzen die Formate des-, der alternativen Medien, aber deswegen sind wir natürlich auch viel auf der Straße unterwegs. Das ist die einzige Möglichkeit, um unsere Inhalte-, wir machen Veranstaltungen natürlich auch, auch das ist jetzt nach Corona endlich wieder möglich. Auch ich mache im Landkreis noch drei Veranstaltungen dieses Jahr, größerer Art, dass man einfach dort den Kontakt mit den Bürgern hat und nicht verliert. Und das wird ja auch wahnsinnig angenommen. Also das erwarten die Leute auch ein Stückweit. 

David Vandeven: Es gibt ja eine Diskussion, Sie sagen, es gibt nichts anderes als-, außer auf die Straße zu gehen. Es gibt ganz viele Menschen, die sagen, ich bezahle keine GEZ-Beiträge mehr weil die Rundfunkbeiräte und die Institutionen dort spiegeln nicht das wider, was in der Politischen Landschaft eigentlich abgebildet werden muss und kommen damit ihrem Auftrag nicht nach. 

Tino Chrupalla: Absolut. Also der Rundfunkstaatsvertrag wird natürlich überhaupt nicht eingehalten, keinsterweise. Die öffentlich-rechtlichen sehen das immer ein bisschen anders, die sagen, ja, die kommen doch vor in der Tagesschau, mit drei Sekunden, ja. Also ich sage mal so, das-, man blendet vieles aus. Und ich habe immer-, immer noch im Ohr, es wurde ja immer, auch von den Altparteien gesagt, also wir stellen die AFD inhaltlich, und auch die Medien sagen das ja zum Teil. Und da frage ich-, also ich warte immer noch darauf, bis man endlich damit mal anfängt. Also wir sind-, wir werden nächstes Jahr zehn Jahre alt, die inhaltliche Stellung hat man meist gemieden. Also man meidet ja nicht uns, weil man uns in irgendeiner Weise ausgrenzt, man hat ja schlichtweg Angst vor uns, weil man natürlich denkt, ja, die könnten ja auch mit guten Argumenten vielleicht den einen oder anderen Zuschauer überzeugen. Ja, das würden wir natürlich tun, ganz klar, ja, weil bei uns der gesunde Menschenverstand noch ein Stückweit mehr angebracht ist als das, was ich jeden Tag-, oder was teilweise jeden Tag in dem Fernsehen gesendet wird. Deswegen kann man sich, und das ist ja auch ein Rat, den ich an die Zuschauer immer gebe, diese Sendungen kann man sich sparen, spart euch das, man regt sich weniger auf, man kann gut schlafen. Geht lieber in den Wald hinaus, sucht jetzt aktuell Pilze oder schnappt gute, frische Luft, das ist viel gesünder, ist gut für die Seele. Und ich denk das trägt zur Gesundheit mehr bei als sich abends Sandra Maischberger oder Anne Will anzuschauen. 

David Vandeven: Okay. Bevor wir jetzt (?noch Pilze) gehen und nach draußen gehen an die frische Luft, zum Abschluss dennoch nochmal die Frage, ich würde dann die Sendung auch in dem Rahmen jetzt ein Stückweit beenden, weil ich erstmal sehr froh bin, dass Sie heute da sind und dass Sie als Sprecher der Bundespartei auch sagen können, okay, ich kenne beide Seiten, ich kenne (?Basis) in Berlin, ich kenne die Front und meine Heimat zuhause, ich bin hier großgeworden. Haben sie das Gefühl, dass Berlin die Stimme des Volkes derzeit versteht oder an dem Volk vorbeigeht?

Tino Chrupalla: Ja, das ist aber nicht erst seit jetzt oder seit voriger Woche so. Also in Berlin, ich habe das schon gemerkt, wo ich 2017 in den Bundestag eingezogen bin, wir reden dort über Probleme, wir reden dort über feministische Außenpolitik und über Gender-Käse. Also, ja, es ist eine Blase, es ist im Prinzip wie in der DDR, als die Regierenden in Wandlitz gelebt haben und in der Volkskammer Entscheidungen getroffen haben, die völlig am Volk vorbeigegangen sind und die Nöte der Bevölkerung in keinster Weise gelindert haben. Wir erleben das ja anhand auch der Zustimmung oder Ablehnung insgesamt der Politik, der Bürger. Wie viele interessieren sich eigentlich noch für Politik oder vertrauen, darüber haben wir ja auch schon gesprochen heute, ist ja wirklich immens gesunken, in die Politik, in die öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Und das muss ja einen Grund haben. Und der Grund hat die Regierung-, also die Verantwortung, politisch, in diesem Land, hat immer die Regierung und nicht die Opposition, auch wenn man das immer gerne der Opposition zuschiebt. Weil sie ist ja dafür verantwortlich, was in diesem Land umgesetzt und auch verantwortet wird. 

David Vandeven: Wenn man in die Geschichte zurückguckt, hat die Weimarer Republik mal eine demokratische Struktur gehabt. Und das Volk hat sich umentschieden und wir haben uns einem dunklen Kapitel der Geschichte zugewendet, wir haben uns für eine Diktatur entschieden, Adolf Hitler wurde gewählt. Die Gefahr, dass die Deutschen sagen, die Parteienlandschaft, die Demokratie, das heutige System ist nicht die Lösung unserer Probleme, wir entscheiden uns gegen diese Strukturen, wäre die Antwort auf eine Blase, die das Volk nicht versteht. 

Tino Chrupalla: Korrekt. 

David Vandeven: Lassen wir so stehen. Wir schauen einfach mal, wie die Zukunft aussehen wird für das Land. Ich hoffe wir sehen uns wieder, es war mir eine Freude Sie als Gast heute hier zu haben. Und für Sie als Zuschauer, treffen Sie Ihre Entscheidung, treffen Sie Ihre Vorkehrungen, treffen Sie Ihre Erkenntnisse daraus, kommentieren, liken Sie die Sendung, wir werden die Sendung transkribieren und als Text nochmal zur Verfügung stellen, auch in andere Sprachen übersetzen, damit die Menschen um uns herum, unsere Nachbarn, unsere Freunde aber auch nicht Freunde teilhaben können an diesem Gespräch. Und, ja, ich hoffe, dass es a) friedlich bleibt, aber ich hoffe auch, dass die Zeiten, die sehr turbulent sind, für jeden von Ihnen so ausgehen, dass Sie erstens gesund sind und gesund bleiben, und b) dass wir uns alleweil wiedersehen werden. Vielen, vielen Dank.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein